Wilhelm Busch

Gründliche Heilung

Es saß der fromme Meister
   Mit Weib und Kind bei Tisch.
Ach, seine Lebensgeister
   Sind nicht wie sonst so frisch.

Er sitzt mit krummem Nacken
   Vor seinem Leibgericht,
Er hält sich beide Backen,
   Worin es heftig sticht.

Das brennt wie heiße Kohlen.
   Au, schreit er, au, verdammt!
Der Teufel soll sie holen,
   Die Zähne allesamt!

Doch gleich, wie es in Nöten
   Wohl öfter schon geschah,
Begann er laut zu beten:
   Hilf, Apollonia!

Kaum daß aus voller Seele
   Er diesen Spruch getan,
Fällt aus des Mundes Höhle
   Ihm plötzlich jeder Zahn.

Und schmerzlos, Dank dem Himmel,
   Schmaust er, wie sonst der Brauch,
Nur war es mehr Gemümmel,
   Und lispeln tät er auch.

Pohsit! Wie klingt so niedlich
   Des Meisters Säuselton.
Er trank, entschlummert friedlich,
   Und horch, da schnarcht er schon.