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Wenn uns ein Seehund die Aale zerbissen,
Wenn er die Netz' uns in Stücke gerissen,
Rotten wir all' uns zusammen zur Jagd –
Seehund, du Räuber, jetzt nimm dich in Acht!

Ach, und wer hat uns die Herzen zerrissen?
Ach, und wer hat uns die Freuden zerbissen?
Ob wir sie kennen? Wer kennte sie nicht?
Brüder, wann halten mit der wir Gericht?

Seht doch, da kömmt sie ja selber gegangen:
Könnten sie halten und könnten sie fangen.
Läuft in die Fall' uns die Räuberin hier,
Brüder, was machen wir jetzo mit ihr?

Machen ihr Platz unter Neigen und Nicken,
Schleichen ihr nach mit schüchternen Blicken,
Gucken uns an und sagen geschwind:
'S ist doch ein liebes, ein herziges Kind!

Wilhelm Müller

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