Paul Gerhardt

Der 1. Psalm

Wohl dem Menschen, der nicht wandelt
In gottloser Leute Rat!
Wohl dem, der nicht unrecht handelt
Noch tritt auf der Sünder Pfad;
Der der Spötter Freundschaft fleucht
Und von ihren Stühlen weicht,
Der hingegen herzlich ehret
Was uns Gott vom Himmel lehret.

Wohl dem, der mit Lust und Freuden
Das Gesetz des Höchsten treibt
Und hie, als auf süßer Weiden,
Tag und Nacht beständig bleibt;
Dessen Segen wächst und blüht
Wie ein Palmbaum, den man sieht
Bei den Flüssen an der Seiten
Seine frischen Zweig ausbreiten.

Also, sag ich, wird auch grünen,
Wer in Gottes Wort sich übt,
Luft und Sonne wird ihm dienen,
Bis er reiche Früchte gibt.
Seine Blätter werden alt
Und doch niemals ungestalt.
Gott gibt Glück zu seinen Taten,
Was er macht, muß wohl geraten.

Aber wen die Sünd erfreuet,
Mit dem gehts viel anders zu:
Er wird wie die Spreu zerstreuet
Von dem Wind im schnellen Nu.
Wo der Herr sein Häuflein richt't,
Da bleibt kein Gottloser nicht.
Summa: Gott liebt alle Frommen,
Und wer bös ist, muß umkommen.