Therese Keiter

Advent

Dein Zeichen will ich, Gott, von dir,
Dich, Geist vom Geiste, nicht versuchen.
Daß nicht mein frecher Sklavensinn
Erzittre unter deinem Fluchen.

Ich will erwarten dein Geheiß,
Mich unter deine Führung beugen
Und lauschen auf die Heimwehqual,
Das Sehnsuchtsweh, die von dir zeugen.

Ich will mit reinen Händen stehn
Und einem tiefen, lautren Herzen.
Ich will die Gier und Augenlust
Und Hoffart aus der Seele merzen.

Demütig will ich sein und still,
Vielleicht auch schmach- und schuldbeladen
Wie jener Zöllner, der von dir
Gerettet ward in Huld und Gnaden.

Bis du in meine Pforte trittst,
In meines Lebens stummen Garten,
Herr, wenn du willst und wie du willst.
Solange will ich auf dich warten.