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Süßes Licht, aus goldnen Pforten
  Brichst du siegend durch die Nacht.
  Schöner Tag, du bist erwacht.
Mit geheimnisvollen Worten,
In melodischen Akkorden
  Grüß’ ich deine Rosenpracht.

Ach! der Liebe sanftes Wehen
  Schwellt mir das bewegte Herz,
  Sanft wie ein geliebter Schmerz.
Dürft’ ich nur auf goldnen Höhen
Mich im Morgenduft ergehen!
  Sehnsucht zieht mich himmelwärts.

Und der Seele kühnes Streben
  Trägt im stolzen Riesenlauf
  Durch die Wolken mich hinauf.
Doch mit sanftem Geisterbeben
Dringt das Lied ins innre Leben,
  Löst den Sturm melodisch auf.

Vor den Augen wird es helle;
  Freundlich auf der zarten Spur
  Weht der Einklang der Natur,
Und begeistert rauscht die Quelle.
Munter tanzt die flücht’ge Welle
  Durch des Morgens stille Flur.

Und von süßer Lust durchdrungen
  Webt sich zarte Harmonie
  Durch des Lebens Poesie.
Was die Seele tief durchklungen,
Was berauscht der Mund gesungen,
  Glüht in hohen Melodie.

Des Gesanges muntern Söhnen
  Weicht im Leben jeder Schmerz,
  Und nur Liebe schwellt das Herz.
In des Liedes heil’gen Tönen
Und im Morgenglanz des Schönen
  Fliegt die Seele himmelwärts.

(Karl) Theodor Körner

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