Ulrich von Schlippenbach

Die Kronen

Als jedes Herz Dein Jugendglanz entzückte,
Und höher Dich der Schönheit lichter Tag
Als jene Fürstenkrone schmückte,
Die nahe Deiner Wiege lag;
In jedes Glückes schimmerndem Geschmeide
Umwallte da so rauschend Dich die Freude.

Es hielt Dir Wort das glanzerfüllte Leben,
Gabst Du ihm auch die Herrscherkrone hin;
In jener helleren, die Schönheit Dir gegeben.
Begrüßte Dich die Welt als Königin.
Es durften Enkel Deine Knie umfahen,
Doch nicht das Alter Deinem Reize nahen.

Auch diese Krone nahm sich nun zum Raube
Mit kalter bleicher Hand der Tod,
Als abermals die schönere der Glaube
Im hellen Strahlenschimmer bot.
Im lichten Glanz, wie Dich die Welt empfangen,
Bist mit der Krone Du zum Himmel eingegangen.