Christa Schyboll

Engel der Nacht

Mein Kind, du hattest einen schlimmen Traum
Im Fieberschweiße schrieest du auf
Was musstest du Schlimmes erschau’n
Was nahm im Traum da seinen Lauf

Mein Kind, ich knie an deinem Bette
Du nimmst mich überhaupt nicht wahr
Eine dramatisch schlimme Kette
Qualvoller Bilder dein Traum gebar

Verklebt das Haar, entspannt die Züge
Du scheinst mein Dasein zu erspür’n
Wenn mein Gebet nun sogleich wirkte
Sind Engel da, die dich jetzt führ’n

In ihre Obhut geb’ ich gerne
Dich mein liebes, süßes Kind
Jetzt sind sie nah, sind nicht mehr ferne
Mit Macht sie ausgestattet sind

Macht, die würdevoll und weise
darüber immer hält die Wacht
dass du von jeder Traumesreise
zur Erd’ wirst heil zurück gebracht