Christa Schyboll

Nur einen Traum lang

Mystischer Tanz wilder Gefühle
Körperbefreite Sinnlichkeit
Freudige Sprünge über stofflose Stühle
Zum Traumtanz der Nacht
Ist der Schläfer bereit

Nachts verlassen die Gefühle
Die Gefilde der Erde
Und gehen zum Ball
Der Licht entfesselten Geister
In Traumseide gewandet
Bringen sie dort die Schwerkraft zu Fall

Feurige Wesen entflammen hier
Traumphantasien
die sich grenzenlos dehnen
Das Ich träumt derweil auf der Erde
Von einer urkomischen Lachparodie
Während sich fremde Geister
Nach stofflichen Körpern sehnen

Im Tanz umrunden sie
Neue Gestirne
Seelenmuster verweben
Sich fein
Der Erdenkörper
Ist jetzt ganz ferne
Die Seele will nur
In der Traumzeit sein

Nur einen Traum lang
Sich aufzulösen
Für eine Nacht
Zwischen den Welten zu weh’n
Jenseits von allem
Guten und Bösen
Dann wieder
Befreit und beflügelt
Zum Erdkörper zu geh’n