Johann Gabriel Seidl

Die Elemente der Liebe

Vier Elemente rufen
Die Welt der Lieb' an's Licht,
Und was sie göttlich schufen,
Vergeht hienieden nicht.

Die Augen sind das — Feuer,
Das Liebe weckt und nährt,
Und wärmer stets und treuer
Sie spiegelt, sie verklärt.

Die Luft, — der Hauch der Liebe,
Sind Seufzer, still und leis,
Durch die sie ihre Triebe
So sanft zu lindern weiß.

Das Wasser — sind die Tränen,
Ein Quell, der nie versiegt,
Der wechselnd Lust und Sehnen,
Auf seinen Wellen wiegt.

Das Herz, das ist — die Erde,
Worin sie Wurzeln schlägt,
Und Jubel und Beschwerde,
Als ihren Reichtum hegt.

Das Herz — es ist die Erde,
Worauf die Liebe lebt,
Das Herz — es ist die Erde,
Worein man sie — begräbt!