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Das Gedicht „Abschied“ stammt aus der Feder von Richard Dehmel.

Ich habe Alles euch gegeben,
nun wollt ihr auch das Letzte noch:
nun soll ich knechten auch mein Streben,
zertreten mich für euer Joch?

Ich hab′ in mir um euch gerungen,
für mein Herz wollt′ ich eures auch,
Stolz, Liebe, Haß um euch bezwungen:
nun danket ihr nach altem Brauch!

Nun soll ich feige das Gefüge,
dran mitzurüsten ich geweiht,
verleugnen für die große Lüge,
an der sich jetzt berauscht die Zeit?!

Ja, eine Zeit gemacht zum Beten!
für jeden engsten Kreis ist heut
ein neuer Heiland uns von Nöten:
der alte starb, zu dem ihr schreit!

Doch nicht, daß man aus Luggeweben
die Dornenkrone selbst sich flicht:
ich habe Alles euch gegeben,
doch mein Gewissen geb′ ich nicht!

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