Gedichte Gedichte

Die besten Gedichte von Achim von Arnim (1781 - 1831) - einem bedeutenden deutschen Schriftsteller (Epoche der (Heidelberger) Romantik).

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

So ist der Freundschaft ahndend Wesen,
Dass sie in sich zurücke tritt,
Wenn sie gehört der Liebe Tritt,
Sonst wär' es Freundschaft nicht gewesen.

 

Alle die Blumen sind ohne Harm.
Nur die rote Rose nicht,
Sie sticht!
Sticht, wie die liebe Sonne so warm,
Mai ist ohne die Rose nur arm,
Mai ist ohne die Rose nur Qual -
Ihr stillen Gründe, du einsam Tal.

Der Kirschbaum

Der Kirschbaum blüht, ich sitze da im Stillen,
Die Blüte sinkt und mag die Lippen füllen,
Auch sinkt der Mond schon in der Erde Schoß
Und schien so munter, schien so rot und groß;
Die Sterne blinken zweifelhaft im Blauen
Und leiden's nicht, sie weiter anzuschauen.

Ablösung

Kukuk hat sich zu todt gefallen
An einer holen Weiden,
Wer soll uns diesen Sommer lang
Die Zeit und Weil vertreiben.
Ey das soll thun Frau Nachtigall,
Die sitzt auf grünem Zweige;
Sie singt und springt, ist allzeit froh,
Wenn andre Vögel schweigen.

Klapperstorch

Storch, Storch, Langbein,
Wann fliegst du ins Land herein,
Bringst dem Kind ein Brüderlein?
Wenn der Roggen reifet,
Wenn der Frosch pfeifet,
Wenn die goldnen Ringen
In der Kiste klingen,
Wenn die rothen Appeln,
In der Kiste rappeln.

Sehnsucht

Schwer, langweilig ist mir mein Zeit,
Seit ich mich thäte scheiden,
Von dir mein Schatz und höchste Freud,
Ich merk, daß ich muß leiden,
Ach weh der Frist, zu lang sie ist,
Wird mir zu lang in Schmerzen,
Daß ich oft klag,
Es scheint kein Tag,
Des wird gedacht im Herzen.

Leben & Werk

Carl Joachim Friedrich Ludwig „Achim“ von Arnim wurde in Berlin geboren und entstammte einem 1204 erstmals erwähnten brandenburgischen Adelsgeschlecht der Uradel.

Ab 1798 studierte er Jura, Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Halle. Zu seinen frühen Schriften gehören zahlreiche Artikel für wissenschaftliche Zeitschriften. Sein erstes Hauptwerk, Theorie der elektrischen Erscheinungen, zeigte einen Hang zum Übernatürlichen, wie er bei den deutschen Romantikern üblich war. Arnim erhielt 1801 den Grad eines Doktors der Medizin, praktizierte aber nie.

Von 1801 bis 1804 unternahm er mit seinem Bruder eine Reise durch Europa. In Frankfurt lernte er seine spätere Frau Bettina kennen, reiste mit Clemens Brentano das Rheintal hinunter, besuchte Germaine de Staël in Coppet, Friedrich Schlegel und dessen Frau Dorothea in Paris und reiste weiter nach London und Schottland.

Nach der preußischen Niederlage in der Schlacht bei Jena-Auerstedt (1806) gegen Napoleon folgte er dem königlichen Hof nach Königsberg, wo er sich dem Kreis der preußischen Reformer um Baron vom Stein anschloss. 1807 zog er zurück nach Weimar und Kassel, wo er die Brüder Grimm besuchte, und schließlich nach Heidelberg. Er und Brentano vollendeten den zweiten und dritten Band ihrer Volksliedersammlung und gaben ab 1808 zusammen mit Joseph Görres in Heidelberg die bedeutende romantische Zeitung für Einsiedler heraus. Zum Kreis der Heidelberger Romantiker gehörten auch Ludwig Tieck, Friedrich Schlegel, Jean Paul, Justinus Kerner und Ludwig Uhland.

Ab 1809 lebte Arnim wieder in Berlin und heiratete 1811 Brentanos Schwester Bettina, die als Schriftstellerin große Anerkennung fand.

In Berlin bearbeitete Achim das Erbe Heinrich von Kleists und gründete die patriotische Deutsche Tischgesellschaft christlicher Männer. Ab Oktober 1813 fungierte er als Herausgeber der Berliner Zeitung "Der Preußische Correspondent", bis er sich im Februar 1814 mit seinem Vorgänger Barthold Georg Niebuhr überwarf.

Während seine Frau in Berlin blieb, zog sich Arnim 1814 in sein Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf zurück, wo er bis zu seinem Tod nach einem Schlaganfall 1831 lebte.

Werk

Sein Werk, das er in Zeitungen, Zeitschriften und Almanachen sowie in eigenständigen Büchern veröffentlichte, umfasste Romane, Dramen, Erzählungen, Gedichte und journalistische Arbeiten. Nach seinem Tod wurde seine Bibliothek von der Weimarer Hofbibliothek übernommen.

Er gilt zusammen mit Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff eine Leitfigur der deutschen Heidelberger Romantik. Beeinflusst wurde Arnim von den früheren Schriften Goethes und Herders, von denen er die Schönheiten der deutschen traditionellen Sagen und Volkslieder schätzen lernte. Zurück in Deutschland, begann er mit der Zusammenstellung einer Sammlung dieser und veröffentlichte das Ergebnis erstmals in Zusammenarbeit mit Clemens Brentano unter dem Titel "Des Knaben Wunderhorn" (1805).

Die zeitgenössischen Urteile über Arnim gingen weit auseinander: Heine schrieb, Arnim sei „ein großer Dichter und einer der originellsten Köpfe der romantischen Schule. Die Freunde des Phantastischen würden an diesem Dichter mehr als an jedem anderen deutschen Schriftsteller Geschmack finden.“ Seine Werke wurden mit einer Einleitung von Wilhelm Grimm in 20 Bänden (1839-48) gesammelt. Goethe dagegen sah Arnims Werk als ein Fass, an dem der Küfer vergessen habe, die Reifen festzuschlagen.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: