Sophie Albrecht

Die gefeierte Mimin an den Freund

Glaube nicht, daß in dem bunten Schimmer,
Den die Welt jetzt um dein Mädchen webt,
Sie vergessen wird das stille Zimmer,
Wo ihr lieber Trauter einsam lebt. -

Ach! selbst in dem wilden Gaukelschwarme
Glänzt so manche Thräne, die dir fließt,
Wenn sie einsam mit der Liebe Harme
Klösterlich sich in sich selbst verschließt.

Dein gedenk' ich, wenn der Liebe Rollen
Wehmuth in der Mädchen Herzen spricht;
Und die Thränen, die mir Kenner zollen,
Sie sind dein, und meinem Spiele nicht.

Dich – nur dich seh' ich in allen Bildern,
Bist mir Ferdinand, Karl und Zamor;
Hör' in allen unsre Liebe schildern,
Und ihr Seufzen steigt zu dir empor.

Wohl ist mir's, wenn es so viele hören,
Wenn ich darf, vor Aller Angesicht,
Dir so glühend jene Liebe schwören,
Der sie horchen – und errathen's nicht.