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Das Gedicht „An Deutschland“ stammt aus der Feder von Paul Fleming.

Ja, Mutter, es ist wahr: ich habe diese Zeit,
Die Jugend, mehr als faul und übel angewendet.
Ich hab es nicht getan, wie ich mich dir verpfändet.
So lange bin ich aus, und denke noch so weit.

Ach, Mutter, zürne nicht; es ist mir mehr als leid,
Der Vorwitz, dieser Mut, hat mich zu sehr verblendet.
Nun hab ich allzuweit von dir, Trost, abgeländet
Und kann es ändern nicht, wie hoch es mich auch reut.

Ich bin ein schwaches Boot, ans große Schiff gehangen,
Muß folgen, wie und wenn und wo man denkt hinaus.
Ich will gleich oder nicht. Es wird nichts anders draus.

Indessen meine nicht, o du mein schwer Verlangen,
Ich denke nicht auf dich und was mir Frommen bringt.
Der wohnet überall, der nach der Tugend ringt.

Analyse

Das Sonett "An Deutschland" (1646; Epoche des Barocks) besteht aus insgesamt 4 Strophen, jeweils 2 Strophen mit je 4 Versen (Quartette) und 2 Strophen mit je 3 Versen (Terzette). Die Versform ist ein Alexandriner der als Metrum einen sechshebigen Jambus hat.
Wie bei einem Sonett üblich, ist das Reimschema abba abba, cdd cee, wobei der umarmende Reim des fünften und achten Verses unrein ist.

Inhalt / Zusammenfassung

Das lyrische Ich gesteht seiner Mutter seine Zeit verschwendet zu haben und seiner Heimat nicht gerecht geworden zu sein. Außerdem bedauert es, dass seine vergangenen Handlungen nicht rückgängig machen kann. Es zeigt such reuevoll und bittet um Vergebung, da es sich nach der Heimat sehnt.

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