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Das Gedicht „An die Freude“ stammt aus der Feder von Friedrich von Hagedorn.

Freude, Göttin edler Herzen!
Höre mich.
Laß die Lieder, die hier schallen,
Dich vergrößern, dir gefallen:
Was hier tönet, tönt durch dich.

Muntre Schwester süßer Liebe!
Himmelskind!
Kraft der Seelen! Halbes Leben!
Ach! was kann das Glück uns geben,
Wenn man dich nicht auch gewinnt?

Stumme Hüter toter Schätze
Sind nur reich.
Dem, der keinen Schatz bewachet,
Sinnreich scherzt und singt und lachet,
Ist kein karger König gleich.

Gib den Kennern, die dich ehren,
Neuen Mut,
Neuen Scherz den regen Zungen,
Neue Fertigkeit den Jungen,
Und den Alten neues Blut.

Du erheiterst, holde Freude!
Die Vernunft.
Flieh', auf ewig, die Gesichter
Aller finstern Splitterrichter
Und die ganze Heuchlerzunft!

Anmerkung: Eines der berühmtesten Gedichte von Friedrich Schiller ist "Ode an die Freude" (1785). Es wurde durch die Vertonung in Beethovens 9. Symphonie quasi unsterblich. Einige Jahrzehnte davor hatte der Dichter Friedrich von Hagedorn das Thema schon einmal aufgegriffen.

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