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Das Gedicht „An eine Geschminkte“ stammt aus der Feder von Andreas Gryphius.

Was ist an Euch/ das Ihr Euer eigen möget nennen?
Die Zähne sind durch Kunst in leeren Mund gebracht;
Euch hat der Schminke Dunst das Antlitz schöngemacht/
Dass Ihr tragt fremdes Haar/ kann leicht ein jeder kennen/
Und das Euer Wangen von gezwungener Röte brennen/
Ist allen offenbar/ des Halses falsche Pracht/
Und die polierte Stirn wird billig ausgelacht,
Wenn man die Salben sich schaut um die Runzeln trennen.
Wenn dies von außen ist/ was mag wohl in Euch sein/
Als List und Trügerei/ Ich bild mir sicher ein/
Dass unter einem Haupt/ das sich so falsch gezieret/
Auch ein falsch Herze steh/ voll schnöder Heuchelei.
Samt ei'm geschminkten Sinn und Gleißnerei da bei/
Durch welche (wer Euch traut) wird jämmerlich verführet.

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