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Das Gedicht „Auf die Augen seiner Lieben“ stammt aus der Feder von Philipp von Zesen.

Ihr augen fol von gluht! was gluht? karfunkel-strahlen:
auch nicht! si sein ein bliz / dehr durch di lüfte sprüht
und sich aus ihrem aug / bis in di meinen züht.
nicht blizze; bolzen sein's / damit si pflägt zu prahlen

damit si pflägt den zol der libe bahr zu zahlen.
nicht bolzen; sonnen sein's / damit si sich bemüht
zu bländen andrer lücht; di keiner ihmahls siht
der nicht gestrahft mus sein. nicht sonnen; stärne tahlen

vom himmel ihrer stirn': auch nicht: was säh ich schimmern
dan gluht ist nicht so feucht / karfunkel strahlt nicht so
der bliz hat minder kraft / der pfeil macht jah nicht fro

die sonn' ist nicht so stark / ein stärn kan nicht so glimmern
wahr-um dan sihet sie däs Folkes aber-wahn
fohr gluht / karfunkel / bliz / pfeil-son- und stärnen ahn?

Philipp von Zesen

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