GedichteGedichte

Das Gedicht „Bahnhöfe“ stammt aus der Feder von Ernst Stadler.

Wenn in den Gewölben abendlich die blauen Kugelschalen

Aufdämmern, glänzt ihr Licht in die Nacht hinüber gleich dem Feuer von Signalen.

Wie Lichtoasen ruhen in der stählernen Hut die geschwungenen Hallen

Und warten. Und dann sind sie mit einem Mal von Abenteuer überfallen,

Und alle erzne Kraft ist in ihren riesigen Leib verstaut,

Und der wilde Atem der Maschine, die wie ein Tier auf der Flucht stille steht und um sich schaut,

Und es ist, als ob sich das Schicksal vieler hundert Menschen in ihr erzitterndes Bett ergossenhätte,

Und die Luft ist kriegerisch erfüllt von den Balladen südlicher Meere und grünerKüsten und der großen Städte.

Und dann zieht das Wunder weiter. Und schon ist wieder

Stille und Licht wie ein Sternhimmel aufgegangen,

Aber noch lange halten die aufgeschreckten Wände, wie Muscheln Meergetön, dieverklingende Musik eines wilden Abenteuers gefangen.

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