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Das Gedicht „Das stille Land“ stammt aus der Feder von Friedrich Wilhelm Weber.

Die Stürme sind entschlafen,
Die Wellen flüstern lind,
Nun wiegt mich in den Hafen
Ein leiser Abendwind.
Des Eilands Ufer schwimmen
Verklärt im Sternenschein;
Es laden traute Stimmen
Den müden Pilgrim ein.

Sei, Vaterland, willkommen
Mit deinem Frieden mir:
Hier find' ich meine Frommen,
Sie alle wohnen hier.
Mein Auge wird umdüstert,
Mein Herz geht ein zur Ruh',
Und jede Blume flüstert
Mir teure Namen zu.

Wie strahlt des Himmels Bläue,
wie singt, mit süßem Schall,
Von Liebe und von Treue
So schön die Nachtigall;
Und Tage ohne Lehnen,
Und Herzen, wahr und rein,
Und Augen ohne Tränen
Lind hier, nur hier allein.

O leis, ihr Wellen, fließet
An diesem heil'gen Strand;
Ein Himmelsknabe grüßet
Und führet mich ans Land;
Ich seh' ihn hoch erheben
Der Fackel treues Licht:
Mag auch mein Herz erbeben,
Vor Furcht erbebt es nicht.

Reicht, Brüder, mir die Hände,
Euch sucht mein letzter Blick.
Die Fahrt ist nun zu Ende:
O teiltet ihr mein Glück!
Schon werd' ich müd und müder:
Senk deine Fackel, Kind;
Die Augen öffn' ich wieder,
Erst wenn wir drüben sind.

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