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Das Gedicht „Der Tränenbrief“ stammt aus der Feder von Wilhelm Müller.

Mein Mädchen hat ein Briefchen mir geschrieben
Wohl mit der schwarzen Feder eines Raben,
Und hat mit Zwiebelschalen es versiegelt.

Und wie ich nun das Siegel aufgebrochen,
Da fühlt' ich in den Augen solch ein Stechen,
Daß mir die Tränen auf die Wangen flossen.

Ich trocknete die Augen, um zu lesen:
Doch ist das Trocknen ganz umsonst gewesen –
Denn ach, sie schreibt: Wir müssen Abschied nehmen.

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