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Das Gedicht „Die heiligen drei Könige“ stammt aus der Feder von Wilhelm Wackernagel.

Sie zogen auf verschiednen Bahnen
Und wollten doch zum gleichen Ziel;
Es waren hier entrollte Fahnen
Und dort und dort des Windes Spiel,
Und hier und dorten ging beladen
Der Tross mit Gaben für den Herrn:
Sie zogen auf verschiednen Pfaden
Und folgten doch demselben Stern.

Bis endlich auf ein Dach von Halmen
Der Stern sein letztes Licht ergoss,
Bei Hirtenliedern, Engelpsalmen
Sein treulich winkend Auge schloss:
Da war, da war das Ziel gefunden;
Da fanden auch die Pilger sich,
Und dienten nun in Eins verbunden
Dem gleichen Herrn demütiglich.

Und bittre Myrrhen hat der Eine
Der andre Weihrauch ihm gezollt,
Der dritte bracht ihm Edelsteine
Und Perlen der und rotes Gold;
Und jedes Opfer nahm in Gnaden
Und jeden Priester sah er gern:
Sie kamen auf verschiednen Pfaden
Und fanden doch demselben Herrn.

Wilhelm Wackernagel

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