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Das Gedicht „Ein Gesang wieder den Neidt “ stammt aus der Feder von Sibylla Schwarz.

Gefellt dir nicht mein schlechtes Schreiben
Und meiner Feder edles Safft
So laß nur balt das Läsen bleiben
Eh dan es dir mehr unruh schafft;
Das / was von anfang ich geschrieben
Wird kein verfalschter Freund belieben.

Weistu mich gleich viel für zuschwetzen
Von meiner Leyer ab zustehen;
So soll mich doch allzeit ergetzen
Das Arbeitsahme müssig gehen;
Laß aber du dein Leumbden bleiben
Damit du mich meinst auff zureiben.

Ich weiß / es ist dir angebohren
Den Musen selbst abholt zu sein
Doch hat mein Phoebus nie verlohren
Durch deine List / den hellen Schein;
Die Tugend wird dennoch bestehen
Wen du / und alles wirst vergehen.

[…]

Vermeynstu / daß nicht recht getroffen
Daß auch dem weiblichen Geschlecht
Der Pindus allzeit frey steht offen
So bleibt es dennoch gleichwohl recht
Daß die / so nur mit Demuht kommen
Von Phoebus werden angenommen.

Ich darf nun auch nicht weitergehen
Und bringe starcke Zeugen ein;
Du kanst es gnug an disem sehen
Daß selbst die Musen Mägde sein:
Was lebet soll Ja Tugendt lieben
Und niemandt ist davon vertrieben.

Gantz Holland weiß dir für zusagen
Von seiner Bluhmen Tag und Nacht;
Herrn Catzen magstu weiter fragen
Durch den sie mir bekant gemacht:
Cleobulina wird wol bleiben
Von der viel kluge Federn schreiben.

Was Sappho für ein Weib gewesen
Von vielen / die ich dir nicht nenn
Kanstu bey andern weiter lesen
Von den ich acht und fünffzig kenn
Die nimmer werden untergehen
Und bey den Liechten Sternen stehen.

Sollt ich die Nadel hoch erheben
Und über meine Poesey
So muß ein kluger mir nachgeben
Daß alles endlich reisst entzwey;
Wer kann so künstlich Garn auch drehen
Das es nicht sollt in stücken gehen?

Leicht gekürzte Version

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