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Das Gedicht „Einsamkeit“ stammt aus der Feder von Achim von Arnim.

Wird mir von Trauerlarven
Die Straße gar bedrängt,
Und fühl′ ich Schmerz den scharfen,
Wie er den Hals beengt,
Dann leg′ ich den Kopf in den Rachen
Von meinem zahmen Leu,
Und lieg′ da wie im Nachen
Und laß mich treiben frei.

So ruh′ ich in den Schranken
Der reichen Einsamkeit,
Und sehe in Gedanken
Noch über meine Zeit;
Da kann ich der anderen lachen
Und schrecklich lustig sein,
In meinen Schreckensnachen
Dringt nie das Schrecken ein.

Da will ich ruhig bleiben
Und schreiet auch die Welt,
Der Leu will dich entleiben
Und sich nur ruhig stellt;
Er wird mich doch nimmer erdrücken,
Doch läßt er mich nicht los,
Bis er mir mit Entzücken
Zeigt meine Hoffnung groß.

Mag auch sein Auge funkeln,
Er schrecket euch zurück,
Ich ruhe hier im Dunkeln
Und finde hier mein Glück;
Entsteig′ dann geblendet dem Rachen,
So helle war mir′s nie,
Die alten Freunde lachen,
Weil ich den Mund nicht verzieh.

Wo bin ich hingetrieben,
Dies ist der alte Baum,
Er ist noch grün geblieben,
Und größer ist er kaum;
Den Freunden erzähl′ ich mit Freuden
Nun manchen lust′gen Streich,
Und auf das bittre Leiden
Leg′ ich die grünenden Zweig′.

Wo einer ist erschlagen,
Legt jeder grüne Zweig′.
Doch wo ein Volk geschlagen,
Da lacht ein jeder gleich;
Nicht schmerzliches Lachen zu sehen
Bedeckt der Schmerz mein Aug′,
Wenn eisende Winde klar wehen,
Da trübet sie mein Hauch.

So sollen alle wecken,
Empfindung, die verlacht,
Und die Empfindung necken,
Wo sie sich überwacht:
Dann kehrte das sichere Wetter
Zu unsrer Erd′ zurück,
Und alle wären Retter
Von unserm alten Glück.

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