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Das Gedicht „Feldfrüchte“ stammt aus der Feder von Kurt Tucholsky.

Sinnend geh ich durch den Garten,
still gedeiht er hinterm Haus;
Suppenkräuter, hundert Arten,
Bauernblumen, bunter Strauß.
Petersilie und Tomaten, eine Bohnengalerie.
Ganz besonders ist geraten der beliebte Sellerie.
Ja, und hier - ? Ein kleines Wieschen?
Da wächst in der Erde leis
das bescheidene Radieschen:
außen rot und innen weiß.

Sinnend geh ich durch den Garten
unsrer deutschen Politik;
Suppenkohl in allen Arten
im Kompost der Republik.
Bonzen, Brillen, Gehberockte, Parlamentsroutinendreh.
Ja, und hier - ? Die ganz verbockte liebe, gute S. P. D.
Hermann Müller, Hilferlieschen
blühn so harmlos, doof und leis
wie bescheidene Radieschen:
außen rot und innen weiß.

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