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Das Gedicht „Flüsterlied“ stammt aus der Feder von Fritz Brügel.

Man sieht uns nicht,
man kennt uns nicht,
wir tragen keine Zeichen.
Die List des Feinds verbrennt uns nicht,
Er kann uns nicht erreichen.

Man fängt uns nicht,
man hört uns nicht,
wir leben nicht im Hellen
Der Hass des Feinds zerstört uns nicht
das Netz der stummen Zellen.

Wir spinnen unsre Fäden fort,
das Netz wird immer dichter.
Von Stadt zu Stadt,
von Ort zu Ort,
trotz Henker, Kerker, Richter.

Wir sind wie Atem, Luft und Wind,
der Feind kann uns nicht greifen.
Er starrt sich seine Augen blind
und fühlt nur, dass wir reifen.

Die heut im Grau des Dämmerlichts
die schmalen Wege graben:
Sie haben nichts, sie haben nichts,
sie werden alles haben.

Fritz Brügel

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