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Die besten Gedichte von Friedrich Gottlieb Klopstock (1724 - 1803) - einem deutschen Dichter (Epoche der Aufklärung) und bedeutendem Vertreter der Empfindsamkeit.

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Wie schnell ist von der rechten Bahn
Zum Irrweg oft der Schritt getan.

 

Aber mit wem soll ich reden? Mit Freunden? Mit diesen rede ich freilich am liebsten. Ich dürfte ihnen nur ein halbes Wort sagen, so verstünden sie mich.
Von der Freundschaft. Aus: Aufsätze und Abhandlungen.

 

Bald ist das Epigramm ein Pfeil,
Trifft mit der Spitze;
Ist bald ein Schwert,
Trifft mit der Schärfe;
Ist manchmal auch - die Griechen liebten's so-
Ein klein Gemäld', ein Strahl, gesandt
Zum Brennen nicht, nur zum Erleuchten.

 

Man sagt nicht, was man tun will, man tut!

 

Die Römer sind es euch,
die Griechen laßt ihr liegen?
Ihr nehmt das Ei
und laßt die Henne fliegen!

 

Jünglinge schlummern hin, und Greise bleiben
Wach. Es schleichet der Tod nun hier, nun dort hin,
Hebt die Sichel, eilt, daß er schneide, wartet
Oft nicht der Ähre.
Der Frohsinn. Aus: Oden. 2. Band.

 

Sing, unsterbliche Seele, der sündigen Menschen Erlösung. Der Messias.

Was man fordert

„Sage, was nennst in den Werken der Kunst du Vollendetes?“ Gut muss
Jeder Teil und harmonisch mit den anderen vereint sein.
„Hat ein Künstler gelebt, der so hoch stieg?“ Keiner. Man will nur
Überall sehn, er habe nach Vollendung gerungen.

Der doppelte Mitausdruck

Silbenmaß, ich weiche dir nicht, behaupte mich, ziehe
Dir mich vor! „Wohlklang, ich liebe das Streiten nicht. Besser
Horchen wir jeder mit wachem Ohr dem Gesetz und vereinen
Fest uns. Wir sind alsdann die zweite Seele der Sprache.“

Leben & Werk

Klopstock wurde in Quedlinburg als ältester Sohn eines Juristen geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums wechselte er im Alter von 15 Jahren auf die berühmte Fürstenschule in Schulpforte. Hier wurde er bald versiert in der griechischen und lateinischen Versifikation und schrieb einige Idyllen und Oden in deutscher Sprache. Seine ursprüngliche Absicht, Heinrich I. (Beiname "Der Vogler") zum Helden eines Epos zu machen, gab er unter dem Einfluss von Miltons Paradise Lost (deut. Das verlorene Paradies), das er durch Bodmers Übersetzung kennengelernt hatte, zugunsten eines religiösen Epos auf.

1745 begann er ein Studium der evangelischen Theologie in Jena und verfasste dort auch die ersten drei Gesänge des Messias, die er zunächst in Prosa anlegte. Nach der Übersiedlung nach Leipzig wurde im folgenden Jahr das Werk in Hexameter umgearbeitet.

Er verbrachte einige Monate in Zürich und etwa 3 Jahre in Dänemark. Im Juni 1754 heiratete er Margareta (Meta) Moller die 1758 bei einer Totgeburt starb. Dreißig Jahre hindurch konnte Klopstock sie nicht vergessen und besang sie in seinen Elegien. Erst im hohen Alter (1791) heiratete er die Hamburgerin Johanna Elisabeth Dimpfel verw. von Winthem (1747–1821), welche eine Nichte von Meta Moller war.

Sein bekanntestes Werk ist das epische Gedicht Der Messias der 1773 vollständig erschien. Als ein Mitbegründer des deutschen Nationalstaatsgedankens war Klopstock ein Befürworter der Französischen Revolution, welche er in dem Gedicht von 1789 "Kennet euch selbst" als „edelste Tat des Jahrhunderts“ bezeichnete; die Deutschen rief Klopstock ebenfalls zur Revolution auf.

Zitate über Klopstock

Ehre, Deutscher, treu und innig
Des Erinnerns werten Schatz,
Denn der Knabe spielte sinnig,
Klopstock, einst auf diesem Platz.

Johann Wolfgang von Goethe, Parabolisch - Schulpforta

„Wir traten an’s Fenster, es donnerte abseitwärts und der herrliche Regen säuselte auf das Land, und der erquikkendste Wohlgeruch stieg in aller Fülle einer warmen Luft zu uns auf. Sie stand auf ihrem Ellenbogen gestützt und ihr Blik durchdrang die Gegend, sie sah gen Himmel und auf mich, ich sah ihr Auge thränenvoll, sie legte ihre Hand auf die meinige und sagte – Klopstock! Ich versank in dem Strome von Empfindungen, den sie in dieser Loosung über mich ausgoß. Ich ertrugs nicht, neigte mich auf ihre Hand und küßte sie unter den wonnevollesten Tränen. Und sah nach ihrem Auge wieder – Edler! hättest du deine Vergötterung in diesem Blicke gesehn, und ich möcht nun deinen so oft entweihten Nahmen nie wieder nennen hören.“

Goethe: Die Leiden des jungen Werthers, Fassung A

„Wer wird nicht einen Klopstock loben?
Doch wird ihn jeder lesen? – Nein!
Wir wollen weniger erhoben
und fleißiger gelesen sein.“

Lessing, 1753, in F. G. Klopstock: Werke und Briefe. Historisch-Kritische Ausgabe.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: