Gedichte Gedichte

Die besten Gedichte von Friedrich Hebbel (1813 - 1863) - einem deutschen Dramatiker und Lyriker (Epoche des Realismus).

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Wer damit anfängt, daß er Allen traut,
Wird damit enden, daß er einen Jeden
Für einen Schurken hält.
Quelle: Demetrius

An den Menschen

Wünsche dir nicht zu scharf das Auge, denn wenn du die Toten
In der Erde erst siehst, siehst du die Blumen nicht mehr!

Scham

Scham bezeichnet im Menschen die innere Grenze der Sünde;
Wo er errötet, beginnt eben sein edleres Selbst.

Leben & Werk

Christian Friedrich Hebbel wurde in Wesselburen in Dithmarschen, Holstein, als Sohn eines Maurers geboren. Er wurde an der Gelehrtenschule des Johanneums, einem Gymnasium in Hamburg, erzogen. Trotz seiner bescheidenen Herkunft zeigte er eine Begabung für Poesie, was zur Veröffentlichung von Versen in der Hamburger Modezeitung führte, die er an Amalie Schoppe (1791-1858), eine beliebte Journalistin und Autorin von Kindergeschichten, geschickt hatte. Durch ihr Mäzenatentum konnte er an die Universität Hamburg gehen.

Ein Jahr später ging er an die Universität Heidelberg, um Jura zu studieren, gab dies aber auf und wechselte an die Universität München, wo er sich der Philosophie, Geschichte und Literatur widmete. 1839 verließ Hebbel München und ging zu Fuß zurück nach Hamburg, wo er seine Freundschaft mit Elise Lensing wieder aufnahm, deren aufopferungsvolle Hilfe ihm über die dunkelsten Tage in München hinweggeholfen hatte. Im selben Jahr schrieb er sein erstes Trauerspiel, Judith (1840, erschienen 1841), das im folgenden Jahr in Hamburg und Berlin aufgeführt wurde und seinen Namen in ganz Deutschland bekannt machte.

1840 schrieb er die Tragödie Genoveva und beendete im folgenden Jahr eine Komödie, Der Diamant, die er in München begonnen hatte. 1842 besuchte er Kopenhagen, wo er von König Christian VIII. ein kleines Reisestipendium erhielt, das ihm ermöglichte, einige Zeit in Paris und zwei Jahre (1844-1846) in Italien zu verbringen. In Paris schrieb er seine schöne "Tragödie des gemeinen Lebens", Maria Magdalena [de] (1844). Nach seiner Rückkehr aus Italien lernte Hebbel in Wien zwei polnische Adelige kennen, die Brüder Zerboni di Sposetti, die ihn in ihrer Begeisterung für sein Genie zum Bleiben drängten und ihm die Mittel verschafften, sich in der besten intellektuellen Gesellschaft der österreichischen Hauptstadt zu mischen.

Hebbels alte prekäre Existenz wurde ihm nun zum Grauen, und er brach bewusst mit ihr, indem er 1846 die schöne und wohlhabende Schauspielerin Christine Enghaus heiratete und Elise Lensing (die ihm bis zu ihrem Tod treu blieb) aufgab, mit der Begründung, dass "die erste Pflicht eines Menschen der mächtigsten Kraft in ihm gilt, die allein ihm Glück geben und der Welt dienen kann": in seinem Fall der poetischen Fähigkeit, die "im elenden Kampf ums Dasein" untergegangen wäre. Diese "Todsünde", die, "wenn der Gewissensfrieden der Test der Handlung ist", seiner Meinung nach die beste Tat seines Lebens war, begründete sein Glück. Elise lieferte jedoch weiterhin nützliche Anregungen für seine Kunst. Noch 1851, kurz nach ihrem Tod, schrieb er das kleine Epos Mutter und Kind, das zeigen sollte, dass die Beziehung von Eltern und Kind der wesentliche Faktor ist, der die Qualität des Glücks in allen Klassen und unter allen Bedingungen gleich macht.

Lange bevor dieser Hebbel berühmt geworden war, verliehen ihm deutsche Fürsten Orden; in ausländischen Hauptstädten wurde er als der größte lebende deutsche Dramatiker gefeiert. Vom Großherzog von Sachsen-Weimar erhielt er eine schmeichelhafte Einladung, seinen Wohnsitz in Weimar zu nehmen, wo mehrere seiner Stücke uraufgeführt wurden. Er blieb jedoch bis zu seinem Tod in Wien.

Werk

Neben seinen Hauptwerken, den beiden Trauerstücken "Agnes Bernauer" und "Maria Magdalena", stellt sein Drama "Die Nibelungen" die wichtigste Bearbeitung des Epos für das Theater dar.

Von seinen Komödien sind Der Diamant (1847), Der Rubin (1850) und die Tragikomödie Ein Trauerspiel in Sizilien (1845) die wichtigeren, aber sie sind schwer und erheben sich kaum über das Mittelmaß. Alle seine dramatischen Produktionen zeigen jedoch Geschicklichkeit in der Charakterisierung, große Glut der Leidenschaft und ein wahres Gefühl für die dramatische Situation; aber ihre poetische Wirkung wird oft durch Extravaganzen, die an die Groteske grenzen, und durch die Einführung von Vorfällen, deren unangenehmer Charakter nicht ausreichend gemildert wird, beeinträchtigt. In vielen seiner lyrischen Gedichte und besonders in Mutter und Kind, das 1859 erschien, zeigte Hebbel, dass seine poetischen Gaben nicht auf das Drama beschränkt waren.

Hebbels Kurzgeschichten sind oft ironische und witzige Beobachtungen der Gesellschaft. Seine bekannte Erzählung "Der Schneidermeister Nepomuk Schlägel auf der Freudenjagd" ist in englischer Sprache veröffentlicht worden.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: