Gedichte Gedichte

Die besten Gedichte von Friedrich von Logau (1605 - 1655) - einem deutschen Dichter und Epigrammatiker (Epoche des Barocks).

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Wein-Freundschaft

Die Freundschaft, die der Wein gemacht,
Wirkt, wie der Wein, nur eine Nacht.

Der Mittel-Weg

In Gefahr und höchster Not,
bringt der Mittelweg den Tod.

Ehestand des Herzens und der Zunge

Das Herz und Zung ist wie vermählt;
Die zeugen Kinder ungezählt.
Wenn beide sie nicht eines sind,
Wird jedes Wort ein Hurenkind.

Gewaffneter Friede

Krieg hat den Harnisch weg gelegt, der Friede zeucht ihn an;
Wir wissen, was der Krieg verübt; wer weiß, was Friede kan?

Die Tapferkeit

Mannheit ohne Sinnen
Wird nicht viel gewinnen.

Die Welt ein Buch

Die Welt, die ist ein Buch, ein jeder eine Letter;
Die Länder sind der Bund; die Zeiten sind die Blätter.
In diesem find't man mehr betört als kluge Sachen;
In diesem find't man mehr zum Klagen als zum Lachen;
In diesem find't man mehr zu meiden als zu üben;
In diesem find't man mehr zu hassen als zu lieben.

Zum Jahreswechsel

Ernst war das Jahr, das nun geendet,
ernst ist das Jahr, das nun beginnt.
Daß sich die Welt zum beß’ren wendet
sei, Mensch, zum Besseren gesinnt.
Bedenk: das Schicksal aller Welt
ist mit in deine Macht gestellt,
und auch das Kleinste in der Zeit
ist Bild und Keim der Ewigkeit.

Leben & Werk

Friedrich von Logau wurde als Sohn von Georg von Logau, Gutsbesitzer in Brockut bei Nimptsch in Schlesien (heute Niemcza, Polen), geboren. Sein Vater starb noch im Jahr seiner Geburt. Von 1614 bis 1625 besuchte Logau das renommierte Gymnasium in Brieg, das von Herzog Johann Christian gefördert wurde, und studierte anschließend Jura an der Universität Altdorf bei Nürnberg.

Zwei Jahre später beendete er sein Studium und verwaltete ab 1633 die Familiengüter, musste aber kurz darauf vor anrückenden Truppen unter Albrecht von Wallenstein an den herzoglichen Hof in Brieg fliehen. Da die Güter seiner Familie verwüstet wurden, trat er schließlich 1644 als gering bezahlter herzoglicher Rat in den Dienst von Herzog Ludwig IV. von Brieg. Im Juli 1648 wurde er von Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen unter dem Namen Der Verkleinernde" in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Logau verstand sich als Anhänger von Martin Opitz; er ließ sich aber durch solche Bindungen nicht in seiner Unabhängigkeit und Originalität beeinflussen. Im Jahre 1653 folgte er Herzog Ludwig IV. an den Hof von Liegnitz.

Logau war zweimal verheiratet; seine geliebte erste Frau starb 1640; die zweite Ehe blieb unglücklich. Er starb im Alter von 50 Jahren in Liegnitz, wo er in der Pfarrkirche St. Johann begraben ist. Sein Sohn Balthasar Friedrich wurde 1687 in den Adelsstand eines Freiherrn erhoben.

Werk

Logaus (Pseudonym: Salomon von Golaw) Epigramme (mehr als dreitausend) zeigen eine wunderbare Bandbreite und Vielfalt des Ausdrucks. Er hatte unter den widrigen Umständen der Zeit bitter gelitten; aber seine Satire ist nicht nur das Ergebnis eines persönlichen Gefühls. Im turbulenten Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges war er einer der wenigen Männer, die sich ihre intellektuelle Integrität bewahrten und ihre Zeitgenossen fair beurteilten. Mit schonungsloser Hand persiflierte er das höfische Leben, das sinnlose Blutvergießen des Krieges, den mangelnden Nationalstolz des deutschen Volkes und dessen sklavische Nachahmung der Franzosen in Sitte, Kleidung und Sprache.

Seine Sinngedichte wurden 1759 von Gotthold Ephraim Lessing und Karl Wilhelm Ramler wiederentdeckt und herausgegeben, die erstmals auf ihre Vorzüge aufmerksam machten.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: