Johann Karl Wilhelm Geisheim

Auferstehung

Das Grab ist überwunden,
Der Himmel ist gefunden,
Es glänzt ein ew’ger Tag;
Vom Licht’ der Lieb’ erhoben,
Wallt nun der Geist nach oben,
Der in dem Staube lag.

Ein Gott nur kann’s vollbringen,
Den Willen zu beschwingen
Auf zu der Sterne Lauf;
Doch, daß sein Geist uns bliebe,
Zog mächtig seine Liebe
Zu Gott auch uns hinauf.

Auch uns vom Todesschrecken
Wird seine Huld erwecken,
Durch seines Wort’s Gericht;
Heil, wenn wir aus den Banden
Der Sünd’ auch auferstanden
Dann sind in seinem Licht.

In Nacht und Staub versunken
Ist tief der Gottesfunken,
Den wir vom Geist empfahn.
Es mahnt sein Wort uns Alle:
Steht auf von eurem Falle,
Steht auf von eurem Wahn.

Da beben Adams Kinder,
Es wagt der Blick der Sünder
Sich nicht zu Gott hinauf;
Zum Staube sinkt er nieder:
Da rauscht des Geist’s Gefieder:
Dir ist verziehn! Steh auf!