Johann Karl Wilhelm Geisheim

Ostern

Wer wälzt den Stein uns von des Grabes Thür? –
Der Himmlische, sieh da! schon ist erstanden.
Die Welt befreit er von des Todes Banden,
Und ewig Leben lebet sie hinfür.

Wer wälzt den Stein uns von des Herzens Thür,
Drinn Harm und Kummer klagt und banges Zagen?
Blick’ auf das Kreuz, das er für dich getragen,
Zur Sühne dir, und zage nicht hinfür.

Wer wälzt den Stein uns von des Hauses Thür,
Die jeden Tag erneute Last des Lebens? –
O, litt der Heiland nicht für dich vergebens,
Geduldig trägst dein Kreuz du dann hinfür.

Wer wälzt den Stein uns von der Zukunft Thür,
Die schwarze Wolken drohend uns verhüllen? –
Was zweifelst du? Gott wird sein Wort erfüllen;
Denn dein Erlöser lebet noch hinfür.

Er wälzt den Stein dir von des Grabes Thür,
Des ew’gen Lebens Pforten stehn dir offen.
Nicht Furcht und Bangen, nein, ein selig Hoffen
In Glaub’ und Lieb’ erheitre dich hinfür.