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Die besten Gedichte von Georg Herwegh (1817 - 1875) - einem revolutionären deutschen Übersetzer und Dichter (Epoche des Vormärz).

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Bet' und arbeit'! ruft die Welt,
Bete kurz! denn Zeit ist Geld.
An die Türe pocht die Not -
Bete kurz! denn Zeit ist Brot.

 

Lenau

Andere singen, du schlägst, o melancholischer Sprosser!
Schlägst in verzweifeltem Kampf, selber verzweifelnd, mit uns.

Leben & Werk

Georg Friedrich Rudolf Theodor Andreas Herwegh wurde als Sohn eines Gastwirts geboren. Er besuchte das Gymnasium Illustre in Stuttgart und ging 1835 als Theologiestudent an die Universität Tübingen, wo er mit der Absicht, in den Schuldienst einzutreten, in das evangelisch-theologische Seminar eintrat. Er empfand jedoch die strenge Disziplin als unangenehm; er verstieß gegen die Regeln und wurde 1836 von der Universität verwiesen. Er studierte für kurze Zeit Jura, beschloss aber, nach Stuttgart zurückzukehren und wurde Redakteur von August Lewalds Zeitschrift Europa. Kaum war er in sein Regiment eingezogen, legte er sich mit einem Offizier wegen Ungehorsams an, und musste 1839 nach Emmishofen in der Schweiz fliehen.

Seine "Gedichte eines Lebendigen" wurden zwischen 1841 und 1843 in Zürich veröffentlicht und in Preußen sofort verboten. Die Lyrik verband revolutionäre Gesinnung mit einem volkstümlichen Stil und stellte ihn bald an die Spitze der revolutionären Bewegung des Vormärz. Die inbrünstigen Ergüsse seiner Gedichte erfreuten sich großer Beliebtheit, so dass Herwegh, als er nach einer kurzen Reise nach Paris 1842 durch Deutschland reiste, überall mit Begeisterung empfangen wurde.

König Friedrich Wilhelm IV. gab ihm eine Audienz und versicherte ihm, dass ihm nichts lieber sei als eine energische Opposition. Doch Herwegh überschritt in einem Brief an den König alle Grenzen der Konventionalität und wurde aus Preußen gejagt. In Zürich fand er keinen angenehmen Empfang. Aber der König von Württemberg begnadigte ihn wegen Desertion aus dem Militärdienst, und im Kanton Basel, dessen Bürger er nun wurde, heiratete er Emma Siegmund, die Tochter eines jüdischen Kaufmanns in Berlin. Danach ließ er sich in Paris nieder und schrieb einen zweiten Band der Gedichte eines Lebendigen (1844). Außerdem übersetzte er Lamartine vollständig ins Deutsche (1843-1844).

Während der gescheiterten deutschen Revolution von 1848 führte er zusammen mit einer Gruppe deutscher Emigranten im Rahmen des Heckeraufstandes eine militärische Mission nach Baden; nach deren Niederlage bei Kadern musste er erneut in die Schweiz fliehen und lebte in Zürich; nach einer Amnestie zog er nach Baden-Baden. Herwegh schrieb Lieder für den Lassalle'schen Arbeiterverein und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Im Jahr 1877 erschienen die Neuen Gedichte. Das wichtigste Werk seiner späteren Jahre war die Übersetzung vieler Shakespeare-Stücke. Er starb in Lichtental.

Werk

Während andere Dichter wie Ferdinand Freiligrath später ihre radikale Position aufgaben, änderte Herwegh nie seine Einstellung und sein Engagement für die radikale Demokratie. Er war enttäuscht und kritisierte den preußischen Nationalismus und Bismarcks Krieg gegen Frankreich und die Annexion Elsass-Lothringens 1870/71. Für Herwegh ist die Poesie ein erster Schritt zum politischen Handeln, sie sollte jedoch nicht kunstlos sein. Deshalb nahm er - wie Heinrich Heine - Goethe in Schutz.

Gedichte über Herwegh

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: