Stefan George

Waller im Schnee

Die steine die in meiner Straße staken
Verschwanden alle in dem weichen schooß
Der in der ferne bis zum himmel schwillt.
Die flocken weben noch am bleichen laken

Und treibt an meine wimper sie ein stoß
So zittert sie wie wenn die träne quillt...
Zu Sternen schau ich führerlos hinan.
Sie lassen mich mit grauser nacht allein.

Ich möchte langsam auf dem weißen plan
Mir selber unbewußt gebettet sein.
Doch wenn die wirbel mich zum abgrund trügen,
Ihr todeswinde mich gelinde träft:

Ich suchte noch einmal nach tor und dach.
Wie leicht daß hinter jenen höhenzügen
Verborgen eine junge hoffnung schläft!
Beim ersten lauen hauche wird sie wach.