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Die besten Gedichte von Gerrit Engelke (1890 - 1918) - einem deutschen Schriftsteller und Arbeiterdichter (Epoche des frühen Expressionismus).

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Dorfabend

Fenster schließen, glimmern stille,
Häuslein rücken Dach an Dach
Himmel stehen feiernd stille,
Mond wird Silberfrucht und wach.

Müder Leib schläft in der Stille,
Herz schlägt alle Stunden nach,
Lebt für sich durch Schlaf und Stille –
Wohin denn? wozu? aus wessen Wille?
Lautlos, langsam fallen Wand und Dach.

Brand

Wie lange soll dies Wüten dauern?
Wie lange halten dieses Leibes Mauern?

Soll nicht der Zweifel mit irrer Hand
In dieses Haus, von Glut durchschwült,
Von Drang durchwühlt,
Von Leidenschaft wild durchglüht,
Den Brand
Schleudern, daß die Flamme aus dem Giebel sprüht?

Leben & Werk

Gerrit Ernst Manilius Engelke schloss nach der Volksschule eine Malerlehre mit der Gesellenprüfung ab und war ab 1909 in verschiedenen Unternehmen beschäftigt.

Richard Dehmel, dem er 1913 begegnete, verhalf ihm zu ersten Publikationen in Paul Zechs Zeitschrift Das neue Pathos und vermittelte ihn an die Werkleute auf Haus Nyland.

Engelke wurde zum Kriegsdienst einberufen. Am 11. Oktober 1918 geriet er als Soldat der deutschen Armee bei Cambrai schwer verwundet in Kriegsgefangenschaft und starb zwei Tage später in einem britischen Lazarett.

Seine deutlich zeitbezogene Dichtung gibt seinem Werk innerhalb der Arbeiterdichtung eine Sonderstellung. In seinen lyrischen Zeugnissen zu Großstadt, Technik und Krieg fängt er den Zeitgeist auf einzigartige Weise ein. Dabei verzichtet Engelke auf tradierte künstlerische Möglichkeiten und entwickelt neue Formen, seine erlebten Welten sprachlich zu fassen.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: