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Das Gedicht „Glückwündschungs-Lied“ stammt aus der Feder von Martin Opitz.

Die schöne Sonne steiget,
Die Luft kriegt neue Zier,
Fast kein Geflügel schweiget,
Die Blumen scheinen für,
Die grünen Hügel lachen,
Die Saate gehet auf,
Wald, Wild und Feld erwachen,
Der Lenz kriegt seinen Lauf.

O Vater, Herr der Erden,
Dies wird von dir getan;
Laß doch uns auch froh werden,
Sieh’ uns auch wider an,
Daß deines Segens Wonne
Bald möge bei uns sein,
Und deiner Gnaden Sonne
Uns gebe neuen Schein.

Laß’ uns doch nicht mehr wallen
In solcher Krieges-Last,
Verpflanz’ in Ruh’ vor allen
Die Äste vom Piast,
Die Königlichen Äste,
Die wider ihre Schuld
Ernähren fremde Gäste,
In Hoffnung und Geduld.

Halt ob dem lieben Helden
Georg-Rudolffen Hand,
Laß bald ihn hören melden:
Komm wider in dein Land;
Es müsse vor dir fliehen
Der Waffen schwere Last,
Das Feld und Stätte blühen,
Die du zu Diensten hast.

Ihr, denen jetzt beliebet,
Zu trotzen auf die Macht,
Die euch der Krieg nur gibet,
Seid wohl darauf bedacht,
Dass Mars doch fort muss gehen;
Der Fürsten hoher Stand
Und sie doch bleiben stehen:
Gott hält ob ihnen Hand.

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