Johann Christian Günther

Fragment

Dein armer Dichter kommt schon wieder
Und fällt mit seiner Bürde nieder
Und sieht dich, weil er sonst nichts kann,
Mit Augen voller Schwermut an.

Er hat kein Blut mehr zu den Tränen
Und kann vor Schwachheit nicht mehr schrein;
Mein Heiland, laß das stumme Sehnen
Ein Opfer um Erbarmung sein.

Jetzt schmerzt, jetzt sticht mich mein Gewissen,
Jetzt nagt es mit geheimen Bissen
Den Geist, der vor sich selbst erschrickt,
In dem er rückwärts denkt und blickt.