Gedichte Gedichte

Eine Liste der besten Herbstgedichte - sowohl lang als auch kurz; moderne und auch Klassiker. Wann immer der Sommer vorbei ist, und der Herbstanfang naht, können diese Gedichte über den Herbst eine Inspiration sein.

Inhalt

Berühmte Herbstgedichte

Bekannte Herbstgedichte

Metaphorische Herbstgedichte

Einige Herbstgedichte haben einen ausgesprochen metaphorischen Charakter; im übertragenden Sinne: der Herbst als später Lebensabschnitt:

"Wenn unser Leben sich neigt, dann sollen wir sein wie die Bäume des Herbstes, voll reifer Früchte." — Johann Heinrich Pestalozzi.

Eine Metapher ist ein sprachliches Stilmittel, bei dem ein Wort (bzw. Wortgruppe) aus seinem eigentlichen Bedeutungszusammenhang in einen anderen übertragen wird, ohne dass ein direkter Vergleich die Beziehung verdeutlicht.
Sie unterscheidet sich von einem Vergleich; dieser behauptet eine Ähnlichkeit: "Der Mond sieht aus wie eine Sichel"; während die Metapher sie erahnen lässt, wie wenn Victor Hugo schreibt "diese goldene Sichel im Feld der Sterne." Der Kontext ist für das Verständnis der Metapher notwendig.

Sie kann Klarheit schaffen (oder verschleiern) oder verborgene Ähnlichkeiten zwischen zwei verschiedenen Ideen aufzeigen. Metaphern werden oft mit anderen Arten der bildlichen Sprache verglichen, z. B. mit Antithese, Hyperbel, Metonymie und Gleichnis.

So fährt im Herbst der Abendwind
Wohl über die breite Heide
Und reißt die Blumen ab geschwind
Zu unserm tiefen Leide.
— Vollständiges Gedicht: Ein Alt Totenlied.

Das Konzept der Metapher (vom lateinischen metaphŏra, das wiederum aus dem griechischen μεταφορά stammt; eigentlich "Übertragung", "Verschiebung"; abgeleitet von metapheró "ich transportiere") stammt aus der Poetik & Rhetorik von Aristoteles, die ihre Beschaffenheit, Arten und ihren Gebrauch untersucht.

Zitat: „Nicht wenige der zumeist sehr mittelmäßigen Autoren liefen in die Falle der metaphorischen Instrumentierung, der ästhetischen Aufladung und Bebilderung, als wäre das entscheidende Merkmal von Literatur eine "gehobene Rede", die unsere Alltagssprache um jeden Preis poetisierend überbieten müsste.“
So schrieb der Literaturkritiker Ulrich Greiner: "Poeseln. Über einige Missverständnisse beim Klagenfurter Wettbewerb." (Ingeborg-Bachmann-Preis).

Kurze Gedichte über den Herbst

Der Sommer gibt Korn, der Herbst gibt Wein;
der Winter verzehrt, was beide beschert. (Quelle: Sprichwörter)


Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!
Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,
Daß williger mein Herz, vom süßen
Spiele gesättiget, dann mir sterbe.

Friedrich Hölderlin; vollständiges Gedicht: An die Parzen.


Herbst

Nun lass den Sommer gehen,
Lass Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
Wie könnt ich traurig sein?

Joseph von Eichendorff

Novembertag

Nebel hängt wie Rauch ums Haus, 
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus; 
alles fällt in  Sinnen.

Leiser wird die Hand,  der Mund,
stiller die Gebärde.  
Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde.

Christian Morgenstern

Im Herbste

Seid gegrüßt mit Frühlingswonne,
Blauer Himmel, goldne Sonne!
Drüben auch aus Gartenhallen
Hör´ ich frohe Saiten schallen.

Ahnest du, o Seele wieder
Sanfte, süße Frühlingslieder?
Sieh umher die falben Bäume!
Ach! Es waren holde Träume.

Ludwig Uhland

Herbst ist es wieder

Herbst ist es wieder, gelbe Blätter fallen,
Die Schwalbe mit dem Storch gen Süden zieht,
Und nur des Kranichs Abschiedslieder schallen,
Und durch die Stoppeln singt der Wind sein Lied.
Der Nebel hüllet ein des Tages Sonne,
Hin ist des Sommers lichte Freud‘ und Wonne.

Wie könnten wir doch solche Zeit ertragen!
Die Hoffnung tröstet uns in unserm Leid.
Es kommt nach diesen stillen trüben Tagen
Die lichte freudenreiche Sommerzeit.
Sie bringt uns Sonnenwärme, Blumen, Lieder,
Sie bringt uns unsers Herzens Wonne wieder.

Hoffmann von Fallersleben

Blätterfall

Leise, windverwehte Lieder,
Mögt ihr fallen in den Sand!
Blätter seid ihr eines Baumes,
Welcher nie in Blüte stand.

Welke, windverwehte Blätter,
Boten naher Winterruh',
Hallet sacht! … ihr deckt die Gräber
Mancher toten Hoffnung zu.

Heinrich Leuthold (1827 - 1879) war ein Schweizer Dichter, Übersetzer und Journalist.

Der Herbstgang

Natur, wie schön in jedem Kleide!
Auch noch im Sterbekleid wie schön!
Sie mischt in Wehmut sanfte Freude,
Und lächelt tränend noch im Gehen.
Du, welkes Laub, das niederschauert,
Du Blümchen, lispelst: Nicht getrauert!
Wir werden schöner auferstehn!

Johann Heinrich Voß (1751 - 1826) war ein deutscher Dichter. Bis heute berühmt ist er für seine Übersetzungen von Homers Epen (Ilias, Odyssee) und anderer Klassiker der Antike.

Herbstlied

Es liegt der Herbst auf allen Wegen,
In hundert Farben prangt sein Kleid,
Wie seine Trauer, seinen Segen
Er um sich streut zu gleicher Zeit.

Luise Büchner (1821 - 1877) war eine deutsche Frauenrechtlerin und Schriftstellerin.

An den Herbst

O Herbst, du Zeit der Reife,
Wenn ich das Land durchstreife,
Auf dem im Sonnenschimmer
Dein sanfter Segen ruht,
Wie träumt' ich mich für immer
So mild, so froh, so gut!

Karl Mayer (1786 - 1870 ) war ein deuschter Jurist und Dichter. Er gehörte zum Freundeskreis um Justinus Kerner sowie zur zur Schwäbischen Dichterschule.


Herbst

Astronomisch beginnt der Herbst mit der Tag-und-Nacht-Gleiche am 22. oder 23. September und endet mit der Wintersonnenwende (21. oder 22. Dezember; Herbstanfang). Meteoro- und biologisch wird er meist auf Anfang September angesetzt. Er folgt auf den Sommer und geht dem Winter voraus.

Merkmale

Der Herbst ist eine der 4 Jahreszeiten in Regionen mit gemäßigtem oder subtropischem Klima. Die allgemeinen Merkmale sind:

Etymologie

Das Wort Herbst hat sprachgeschichtlich denselben Ursprung wie das englische Wort harvest „Ernte(zeit)“. Das lateinische carpere (siehe auch Carpe Diem) bedeutet „pflücken“ und findet sich im Griechischen als karpós „Frucht, Ertrag“ sowie als krōpíon „Sichel“. Ursprünglich bedeutete das Wort Herbst „Erntezeit“. Diese landwirtschaftliche Bedeutung blieb im Englischen erhalten, während sie sich im Deutschen zur allgemeinen Bezeichnung der Jahreszeit verschob.

Feste