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Das Gedicht „Herbst“ stammt aus der Feder von Selma Meerbaum-Eisinger.

Der Regen spinnt
Sein graues Lied
Von Sehnsucht und
Von schwerem Weh.

Von Träumen blind
Alleinseins müd
Bin ich ein Hund
Und - geh’.

Verlosch’nes Gold
Und toter Traum
Von Liebe sieht
Mich an und schweigt.

Und um mich rollt
Schillernder Schaum -
Die Sehnsucht zieht
Und - geigt.

Der Herbst ist da
Und weint mich an
Mit Augen, die
Erloschen sind.

Ich weiß, er sah:
Das Glück verrann,
Zwang mich ins Knie
Und - ging.

Herbstlied

Schluchzen so lang,
So ewig bang -
Herbstgeigen,
Rührt an mein Herz
Mit dunklem Schmerz -
Schweigen.

Alles erstickt,
So bleich bedrückt
Schlägt die Stund’,
Tauchen mir auf
Tage wie Rauch,
Weint mein Mund,

Ich geh’ geschwind,
mich trägt der Wind,
Müd und matt,
Lullt er mich ein
Ganz so wie ein
Totes Blatt.

Gedicht von Paul Verlaine (1844 - 1896; ein französischer Lyriker des Symbolismus); aus dem Französischen übersetzt.

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