Peter Hille

Weihnachtsfee

[R]Und Frieden auf Erden den Menschen,[/R]
[R]die eines guten Willens sind.[/R]

Suchende Sterne ins eilende Haar,
Frierende Sterne, schmelzend zergangen
Über den wunderfeiernden Wangen
Und die Augen vor Liebe so klar.

Wie Glocken klar, wie Reif so rein
Und so duft und so jung und blühend vor Güte,
Herbe Frühe, himmlische Blüte,
Wie Rosen- und wie Fliederschnein.

Da steigen die Hände, ein bettelndes Meer,
Augen dunkeln nach Geschenken:
»Mir!« »Nein, mir! Mich mußt du bedenken!«
So steigen leere Teller her.

Dunkel wird's, ein Wundern steht
Strenge in der Feenseele,
Wie wenn rohes Nachten das Leuchten quäle
Und ernst in die Güte der Augen es geht.

Und es spricht wie klares Licht
Aus dem milden Angesicht:
Geben euch? Was soll ich euch geben?
Alle Wunder habt ihr ja hier,
Eine Erde, die könnt hegen ihr,
In euch selber da will der Himmel leben.

Kinder, ihr wünscht, so könnt ihr ja geben
Und selig sein und seligmachen
Und innig sein wie Kinderlachen
Und wie wir von Wundern leben.

Tuet frohe liebe Gaben
Einer in des anderen Hand,
Tuet ab das Geizgewand -
Und ihr pflücket alles Haben.