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Das Gedicht „Letzter Wunsch“ stammt aus der Feder von Peter Rosegger.

Was wäre wohl mein letzter Wunsch,
Wenn ich dereinst zur Grube fahr'?
Aus lichter, kühler Bergeshöh'
Eine traute, einsam stille Bahr'.

Auf jener Höh', wo ich als Kind
Gehört den ersten Lerchenschlag,
Gesehn den reinen Sonnenstern
An einem süßen Maientag.

Doch jenes Kreuz, das ewig klagt
Die Menschheit ihres Frevels an,
Mir pflanzt es nicht, weil ich am Pfahl,
An dem er litt, nicht rasten kann!

Mir pflanzet einen jungen Baum,
Der frisch und frei gen Himmel steigt,
Und der, wenn einst die Menschheit reif,
Zu ihr sein Haupt in Freude neigt.

Vielleicht kommt noch ein Zimmermann,
Der ihn zu einer Wiege schlägt,
Vielleicht kommt eine Mutter, die
Ihr Kindlein in die Wiege legt.

Ihr Kind, das als des Menschen Sohn
Die Welt erlöst ein zweites Mal,
Und nicht dafür in Hass und Hohn
Erhöhet wird zum Marterpfahl.

Denn nicht, dass mein Erlöser starb,
Ist meines dunkeln Grabes Licht,
Doch dass er lebt und ewig lebt,
Ist meiner Seele Zuversicht.

Peter Rosegger

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