Ernst Lissauer

Ich wohne in meinem Leid

Ich wohne in meinem Leid,
Wie auf einem Eiland, umbrandet von Zeit.
Es schwimmen entlang meinen leisen Gestaden
Die Stunden wie Schiffe, bemannt und beladen.
Sie führen daher Früchte und Holz, Garben und Stein,
Rosen, Geschmeide und Wein.
Feilschen kreischt, es jubelt Gelächter, Zorn schreit, —
Verworren Geräusch rauscht an mein Inselleid.