Gedichte Gedichte

Die besten Gedichte von Ludwig Uhland (1787 - 1862) - einem bedeutenden deutschen Dichter (Epoche der Spätromantik), Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker.

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Umsonst bist du von edler Glut entbrannt,
wenn du nicht sonnenklar dein Ziel erkannt.

 

Deines Geistes
Hab' ich einen Hauch verspürt."
Bertran de Born. Aus: Gedichte. Wohlfeile Ausgabe.

 

Gib mir Jugend, Sangeswonne,
Himmlischer Gebilde Schau,
Stärke mir den Blick zur Sonne,
Leiser, frischer Maientau!

 

Nimm alles leicht! Das Träumen laß und Grübeln!
So bleibst du wohl bewahrt vor tausend Übeln.

 

Doch, was alle Freundschaft bindet, ist,
wenn Geist zu Geist sich findet.

 

Singe, wem Gesang gegeben,
In dem deutschen Dichterwald!
Das ist Freude, das ist Leben
Wenn's von allen Zweigen schallt.
Freie Kunst (1812, Tagebuch)

 

Man rettet gern aus trüber Gegenwart sich in das heitere Gebiet der Kunst, und für die Kränkungen der Wirklichkeit sucht man sich Heilung in des Dichters Träumen.

 

Ihr Teuersten! des Menschen Leben ist
Ein kurzes Blühen und ein langes Welken.

 

Kannst du's nicht in Bücher binden,
Was die Menschen dir verleih'n, –
Gib ein fliegend Blatt den Winden,
Muntre Jugend hascht es ein.

Heimkehr

O brich nicht, Steg, du zitterst sehr!
O stürz nicht, Fels, du dräuest schwer!
Welt, geh nicht unter, Himmel, fall nicht ein,
Eh’ ich mag bei der Liebsten sein!

Seliger Tod

Gestorben war ich
Vor Liebeswonne;
Begraben lag ich
In ihren Armen;
Erwecket ward ich
Von ihren Küssen;
Den Himmel sah ich
In ihren Augen.

Mailied

Wenig hab ich noch empfunden
Von der werten Frühlingszeit;
All die Lust und Lieblichkeit
Hat zu mir nicht Bahn gefunden.
Ach! was soll ein Herz dabei,
Das sich so zerrissen fühlet?
Jetzt empfind ich erst den Mai,
Seit der Sturm in Blüten wühlet.

Bitte

Ich bitt euch, teure Sänger,
Die ihr so geistlich singt,
Führt diesen Ton nicht länger,
So fromm er euch gelingt!
Will einer merken lassen,
Daß er mit Gott es hält,
So muß er keck erfassen
Die arge, böse Welt.

Weitere kurze Gedichte

Leben & Werk

Johann Ludwig „Louis“ Uhland wurde in Tübingen, Württemberg, geboren und studierte an der dortigen Universität Rechtswissenschaften, interessierte sich aber auch für mittelalterliche Literatur, insbesondere für altdeutsche und französische Dichtung. Nachdem er 1810 zum Doktor der Rechte promoviert hatte, ging er für acht Monate nach Paris, um seine Studien der Dichtung fortzusetzen; und von 1812 bis 1814 arbeitete er als Jurist in Stuttgart, im Bureau des Justizministers.

Seine Karriere als Dichter begann er 1807 und 1808 mit Balladen und Lyrik für Seckendorffs Musenalmanach; 1812 und 1813 schrieb er Gedichte für Kerners Poetischen Almanach und Deutschen Dichterwald. 1815 sammelte er seine Gedichte in einem Band mit dem Titel Vaterländische Gedichte, der sich fast sofort einen großen Leserkreis sicherte. Fast jeder neuen Ausgabe fügte er einige neue Gedichte hinzu. Seine beiden dramatischen Werke Ernst, Herzog von Schwaben (1818) und Ludwig der Baier (1819) sind im Vergleich zu seinen Gedichten unbedeutend.

Als Lyriker muss Uhland zu den Schriftstellern der romantischen Schule gezählt werden. Wie diese fand er, dass Themen des Mittelalters seine Phantasie am stärksten ansprachen. Doch sein Stil hat eine Präzision, Geschmeidigkeit und Anmut, die seine charakteristischsten Schriften von denen der Romantiker unterscheiden. Uhland schrieb Gedichte zur Verteidigung der Freiheit, und in der württembergischen Landesversammlung spielte er eine hervorragende Rolle als einer der energischsten und konsequentesten der liberalen Mitglieder.

Als germanischer und romanischer Philologe muss Uhland zu den Begründern dieser Wissenschaft gezählt werden. Neben der Abhandlung Ueber das altfranzösische Epos (1812) und einem Aufsatz Zur Geschichte der Freischiessen (1828) sind besonders Walther von der Vogelweide, ein altdeutscher Dichter (1822); Der Mythus von Thôr (1836), das Ergebnis sorgfältigster Originaluntersuchungen, und die meisterhafte Sammlung Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder (1844-45; 3. Aufl. 1892) zu nennen. Seine poetischen Werke wurden wiederholt als Gedichte und Dramen veröffentlicht, während sein wissenschaftliches Werk in den Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage, herausgegeben von Holland, Keller und Pfeiffer (1865-72), enthalten ist.

Zum Kreis der Heidelberger Romantiker gehörten auch Ludwig Tieck, Friedrich Schlegel, Jean Paul, Justinus Kerner und Achim von Arnim.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: