Wolfgang Madjera

Auengeheimnis

Es glomm die Au
Im Morgentau —
Das war ein flimmernd Prangen!
Da küßt' ich Mündlein und Wangen
Der liebsten und' der schönsten Frau,
Die je durch Wies' und Busch gegangen.

Und als die Au
lm Dämmergrau
Schlief sommernachtbefangen,
Da ist voll Lust und Verlangen
Ihr Traum von meiner süßesten Frau
In Duft und Mondschein aufgegangen.

Wie stumm die Welt!
Im Laubgezelt,
Wo wir uns jubelnd umschlangen,
Johanniswärmdien hangen.
O wären wir je einander gesellt!
O kämst du auf leisen Sohlen gegangen!