Wolfgang Madjera

Woher die Sehnsucht stammt

Als von des ersten Wunsches Fluch beladen
Der Mensch das ihm bestimmte Paradies,
Den blumenreichen Garten aller Gnaden,
Am Stab des Heimatflüchtigen verließ,
Nahm in die Welt mit seinem ersten Schritt
Als Angedenken er die Sehnsucht mit.

Flog dann sein Blick nach schwüler Qual des Tages
Die sonnenbraune Ackerflur entlang,
Da bäumte sich sein Herz beschwingten Schlages
Und eine Träne in sein Auge drang,
Das an des abendgelben Himmels Rand
Die gold'nen Tore suchte und nicht fand.

Uns aber, seinen Söhnen, ist geblieben
Das Los, ihm nachzuleiden, was er litt,
Nach kurzer Lust zu lassen, was wir lieben,
Und zu beweinen, was uns früh entglitt;
Und in den Tränen uns'rer Sehnsucht nur
Glänzt der verlor'nen Paradiese Spur.