Wolfgang Madjera

Glaubensbekenntnis

Du glaubst an einen Gott,
Weil er dich hegt und pflegt;
Ich glaub' an ihn, trotzdem
Er mich mit Wunden schlägt.

Du küssest seine Hand
Als aller Wohltat Born
Und duckst gedankenlos
In Staub vor seinem Zorn.

Ich hadre mit der Kraft,
Die man allmächtig hält,
Und die doch starren läßt,
Von Schmerz und Qual die Welt.

Und dennoch glaube ich,
Daß sie voll Weisheit sei,
Indes sich unser Blick
Verirrt im Vielerlei.

Du glaubst, es recke Gott,
Wenn er dich weinen sieht
Den starken Arm herab,
Der dich zum Lichte zieht.

Ich glaube, daß wir stumm
Auf ew'gen Pfaden geh'n,
Auf denen jeder Schritt
Gesetzlich vorgeseh'n.

Dein Gott — ein Handwerksmann,
Der meine groß und frei
Und ohne Schuld. Nun sprich,
Weß' Glaube stärker sei.