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Die besten Gedichte von Martin Greif (1839 - 1911) - einem deutschen Dramatiker und Dichter (Epoche des Naturalismus und Realismus).

Inhalt

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Schattenleben

Still ist´s, wo die Gräber sind
meiner Liebe;
nur bisweilen klagt der Wind
bang und trübe.

Seh´die Schattenwelt auf Erden
rings vergehen,
fühle alles spurlos werden
und vergehen.

 

In der Heimat war ich wieder,
alles hab ich mir besehn,
als ein Fremder auf und nieder
mußt ich durch die Straßen gehn.

Nur im Friedhof fern alleine
hab´ich manchen Freund erkannt,
und bei einem Leichenstein
fühl´ich eine leise Hand.

 

Leben & Werk

Greif wurde als Friedrich Hermann Frey am 18. Juni 1839 in Speyer geboren. Er war der Sohn von Max Frey, der als Kabinettsrat von Otto von Griechenland gedient hatte, und seiner Frau Adelheid Friederike, geb. Ehrmann.
Die Familie zog nach München, wo er das Abitur ablegte. Er trat in das bayerische Militär ein und wurde 1859 zum Offizier befördert. 1867 schied er aus dem Militär aus, um als freier Schriftsteller zu leben. Seine ersten Veröffentlichungen, die Eduard Mörike ermöglichte, waren Gedichte, die 1868 in der Cotta'schen Verlagsbuchhandlung unter dem Pseudonym Martin Greif erschienen, das er ab 1882 als offiziellen Namen verwendete.

1869 zog er nach Wien, wo viele seiner Stücke dank des Intendanten Heinrich Laube erfolgreich am Burgtheater aufgeführt wurden. Als Laube seinen Posten verließ, kehrte Greif nach München zurück und schrieb patriotische Dramen, die am Bayerischen Hoftheater aufgeführt wurden.

Nach langem Leiden starb Greif im Alter von 71 Jahren. Sein Grabmal, 1912 von dem Bildhauer Hermann Lang geschaffen, ist auf dem Friedhof der Kirche "St. Peter und Paul" in Zangberg (Oberbayern) erhalten.

Werk

Sein Drama über Agnes Bernauer ist im Repertoire des bayerischen Laientheaters beliebt. Mehrere von Greifs Gedichten erschienen in Anthologien wie dem Hausbuch Deutscher Lyrik. Sein Gedicht "Das klagende Lied" inspirierte möglicherweise Gustav Mahlers gleichnamige Kantate, die ab 1878 mit einem Libretto des Komponisten entstand. Mehrere von Greifs Gedichten wurden vertont, zum Beispiel "Der zerrissne Grabkranz" von Max Reger als Teil seiner Sechs Lieder, op. 4. Alban Berg vertonte sein Gedicht "Schattenleben" 1903 unter seinen frühen Liedern, Anton Webern vertonte sein Gedicht "Hochsommernacht".

Die Form seiner Gedichte ist durchaus schlicht. Seine Anschauungen erscheinen dem Einfachen einfach, dem sinnlich Begabten und tiefer Blickenden geistreich. Seine vielsagende Kürze fand im Stimmungsbild, ohne Sentimentalität oder Pathos, ihren Höhepunkt.

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