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Die besten Gedichte von Martin Opitz (1597 - 1639) - einem bedeutendem deutschen Dichter (Epoche des Barocks).

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Wenn du nicht Güter hast
und dennoch Leibeserben,
bring ihnen Künste bei,
sich Güter zu erwerben.

 

Nimm dich vor Heuchelei der stillen Leut' in Acht,
Am tiefsten ist ein Fluß, der kein Geräusche macht.

 

Ich denke, was im Liede steht:
Laß fahren, was nicht bleiben will.

 

Auf großer See sind große Wellen,
Viel Klippen, Sturm und harter Wind;
Wer klug ist, bleibet bei den Quellen,
Die in den grünen Wäldern sind.

 

Stets übe deine Kunst,
ist sie dir gleich bekannt:
Das Denken stärkt den Sinn,
das Üben stärkt die Hand.

Leben & Werk

Martin Opitz (1628 nobilitiert mit Namensmehrung zu Opitz von Boberfeld wurde in Bunzlau (Bolesławiec) in Niederschlesien, im Fürstentum Schweidnitz-Jauer, als Sohn eines wohlhabenden Bürgers geboren. Er erhielt seine frühe Ausbildung am Gymnasium seiner Heimatstadt, dessen Rektor sein Onkel war, und besuchte 1617 das Gymnasium - "Schonaichianum" - in Beuthen an der Oder (Bytom Odrzański), wo er sich besonders mit französischer, niederländischer und italienischer Poesie beschäftigte. 1618 trat er als Student der literae humaniores in die Universität Frankfurt an der Oder ein und veröffentlichte im selben Jahr seinen ersten Aufsatz, Aristarchus, sive De contemptu linguae Teutonicae, in dem er die deutsche Sprache als für die Dichtung geeignet darstellte.

Im Jahr 1619 ging Opitz nach Heidelberg, wo er zum Leiter der Schule junger Dichter wurde, die diese Universitätsstadt zu jener Zeit bemerkenswert machte. Bei einem Besuch in Leiden im folgenden Jahr saß er zu Füßen des berühmten niederländischen Lyrikers Daniel Heinsius (1580-1655), dessen Lobgesang Jesu Christi und Lobgesang Bacchi er bereits in Alexandrinen übersetzt hatte. Auf Einladung von Gabriel Bethlen, dem Fürsten von Siebenbürgen, verbrachte er ein Jahr (1622) als Professor der Philosophie am Gymnasium von Weißenburg (Alba Iulia). Danach führte er ein Wanderleben im Dienste verschiedener Territorialherren.

1624 wurde Opitz zum Rat des Herzogs Georg Rudolf von Liegnitz (Legnica) und Brieg (Brzeg) in Schlesien ernannt und 1625 als Belohnung für ein Requiem-Gedicht, das er anlässlich des Todes von Erzherzog Karl von Österreich verfasst hatte, von Kaiser Ferdinand II. zum Dichterfürsten gekrönt, der ihn einige Jahre später mit dem Titel "von Boberfeld" adelte. 1629 wurde er zum Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft gewählt, 1630 ging er nach Paris, wo er die Bekanntschaft von Hugo Grotius machte.
Er ließ sich 1635 in der Hansestadt Danzig (Gdańsk) in der polnisch-litauischen Gemeinschaft nieder, wo ihn König Władysław IV. von Polen zu seinem Historiographen und Sekretär machte. Dort starb er am 20. August 1639 in Danzig an der Pest.

Werk

Opitz war das Oberhaupt der sogenannten Ersten Schlesischen Dichterschule und galt zu Lebzeiten als der größte deutsche Dichter. Obwohl man ihn heute nicht als poetisches Genie bezeichnen würde, kann er mit Recht behaupten, der "Vater der deutschen Poesie" zu sein, zumindest was die Form betrifft; sein Buch von der deutschen Poeterey (1624) machte dem bis dahin vorherrschenden Hybridismus ein Ende und stellte Regeln für die "Reinheit" von Sprache, Stil, Vers und Reim auf.

Er war ein bedeutender Theoretiker des Barock und des Späthumanismus. In Danzig unterhielt er rege Kontakte zu Andreas Gryphius und Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, die dort das Akademische Gymnasium besuchten.

Opitz' eigene Gedichte entsprechen den strengen Regeln, die er aufstellte. Sie sind zumeist eine formale und nüchterne Ausarbeitung von sorgfältig durchdachten Themen und enthalten wenig Schönheit und noch weniger Gefühl. Zu dieser didaktischen und beschreibenden Kategorie gehören seine besten Gedichte, Trost-Gedichte in Widerwãrtigkeit des Krieges (geschrieben 1621, aber nicht veröffentlicht bis 1633); Zlatna, oder von der Ruhe des Gemüths (1622); Lob des Feldlebens (1623); Vielgut, oder vom wahren Glück (1629), und Vesuvius (1633). Diese enthalten einige anschauliche poetische Beschreibungen, sind aber in der Hauptsache Abhandlungen in poetischer Form.

1624 veröffentlichte Opitz eine gesammelte Ausgabe seiner Gedichte unter dem Titel Acht Bücher deutscher Poematum (aufgrund eines Fehlers des Druckers sind es allerdings nur fünf Bücher); seine Dafne (1627), zu der Heinrich Schütz die Musik komponierte, ist die früheste deutsche Oper.

Neben zahlreichen Übersetzungen edierte Opitz (1639) Das Annolied, ein mittelhochdeutsches Gedicht vom Ende des 11. Jahrhunderts, und bewahrte es damit vor dem Vergessen, da die Originalhandschrift heute verloren ist. Opitz schrieb auch einen Hirtenroman, Schäferei der Nymphe Hercinie (1630).

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: