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Das Gedicht „Mit fünf Jahren…“ stammt aus der Feder von Arno Holz.

Mit
fünf Jahren
war ich mir über alles
klar.

In China
wurde französisch gesprochen,
in Afrika
gab es einen Vogel, der Känguru hieß,
und die Jungfrau Maria war katholisch und hatte ein himmelblaues Kleid an.

Sie war aus Wachs und dem lieben Gott seine Mutter.

Wenn ich groß war,
wollte ich Schiller und Goethe werden
und in Berlin
hinterm Schloss wohnen.

Wenn ich Kinder kriegte,
wollte ich sie alle … anstreichen lassen.

Das kostete nicht soviel,
und sie zerrissen sich nicht die Hosen.

Beim Buchbinder Pollakowski
hing ein großer, bunter, sonnenvergilbter
Bilderbogen
mit einem weißen Schimmel, der auf seinen Hinterbeinen stand.

Der dicke Türke mit dem blanken Säbel drauf
hieß Ali Pascha.

Wenn ich mal einen Groschen hatte,
wollte ich mir den
kaufen.

Am liebsten aber
wollte ich doch … die Nilquellen entdecken.

Ich wusste genau,
wie man das machte.

Wo er rausfloss,
setzte man sich einfach in ein Boot
und fuhr dann immerzu weiter, bis wo alles aufhört.

Da war man denn da.

Dort gab es Affen,
die sich mit Apfelsinen und Kokusnüssen beschmissen,
Goldstreusand
und Traubrosinenbäume mit Knackmandeln dran.

Und damit ich nicht so lange verhungerte,
wollte ich mir
lauter Gerstenzucker und eine Unmasse Johannisbrot
mitnehmen.

Aber das sagte ich keinem.

Das behielt ich ganz für mich alleine.

Bloß
ich wunderte mich bei mir,
dass die andern alle … so dumm waren!

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