Wilhelm Müller

Verschiedene Weltansicht

(1826.)

Und steigst du auf die Berge,
Sperrst weit die Augen auf,
Was schaust du von der Erde
Und von des Lebens Lauf?

Ein kleines enges Stückchen
In fernem Nebelduft,
Wie scharf auch sei dein Auge,
Wie klar auch sei die Luft.

Das ist ja kaum der Reise
Zu solcher Höhe werth —
Ich bleib' im Keller liegen,
Weil Steigen mich beschwert.

Und weil ich nicht kann schauen,
So träum' ich bei dem Wein,
Bald, wie es ist auf Erden,
Bald, wie es könnte sein.