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Das Gedicht „O Haupt voll Blut und Wunden“ stammt aus der Feder von Paul Gerhardt.

Am Karfreitag

O Haupt, voll Blut und Wunden,
voll Schmerz, bedeckt mit Hohn,
o Haupt, zum Spott umwunden
mit einer Dornenkron;
o Haupt, sonst schön gekrönet
mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber frech verhöhnet,
gegrüßet seist du mir!

Die Farbe deiner Wangen,
der roten Lippen Pracht
ist hin und ganz vergangen,
des blassen Todes Macht
hat alles hingenommen,
hat alles hingerafft,
und so bist du gekommen
von deines Leibes Kraft.

Ach, Herr, was du erduldet,
ist alles unsere Last:
denn wir haben verschuldet,
was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer,
der Zorn verdienet hat;
gib mir, oh mein Erbarmer,
den Anblick deiner Gnad!

Ich danke Dir von Herzen,
o Jesus, liebster Freund,
für deine Todesschmerzen,
da du's so gut gemeint.
Ach gib, dass ich mich halte
zu dir und deiner Treu,
und wenn ich einst erkalte,
in dir mein Ende sei!

Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir;
muss ich den Tod erleiden,
so tritt du dann herfür!
Wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein.

Erscheine mir zum Schilde,
zum Trost in meinem Tod
und lass mich schau'n dein Bilde
in deiner Kreuzesnot;
da will ich nach dir blicken,
da will ich glaubensvoll
fest an mein Herz dich drücken;
wer so stirbt, der stirbt wohl.

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