Anton Ohorn

Maienzeit

Maienzeit, o sel’ge Tage,
Weiß von Blüten Strauch und Baum –
Du mein süßes Mädchen, sage:
Scheint Dir’s nicht ein holder Traum?

Hoch vom Himmel Lerchenlieder,
Rings die Erde sabbatstill,
Und ich sinke vor Dir nieder –
Ahnst Du, was das werden will?

Selig schweift Dein Blick ins Blaue,
Trunken halt’ ich Deine Hand ...
Lenz und Lust, soweit ich schaue,
Maienzeit in Herz und Land.