Gedichte Gedichte

Die besten Gedichte von Oskar Loerke (1884 - 1941) - einem bedeutendem deutschen Dichter (Epoche des Expressionismus und des Magischen Realismus).

Bekannte Gedichte

Kurze Gedichte

Gedenkzeit

Auf meinem Grabe halte nichts die Wacht,
Kein Stein, kein Erz. Die zählen falsche Stunden.
Denn ehern, steinern hab ich nie gedacht.
Was ich empfand wie Hauch, ist ausempfunden.

Von einer bitteren Orangenschale
Ein wenig auf die Fingerkuppen reiben,
Man mags, mein eingedenk.
Wie man mich rief, kann man zu einem andern Male
Verlöschlich auf die Schiefertafel schreiben:
Für mich ein kleines Weihgeschenk.

Nachtlied zum Himmel

Im blauen Nichts sind angebrannt
Die Welten.
Ich hebe meine dunkle Hand
Auf Welten.
Die dunkle Hand zuckt auf und weicht
Von Welten.
… Sie wollte spielen, eh es bleicht
Mit Welten.

Ein neues Lied

Nah kreist der Geier, bereit,
Den Schnabel in Menschenhirn zu picken.
Ich sehe weit, ganz weit,
Meine Schaukelpferde nicken.

Die alten Schaukelpferde ruhn,
Spinnweb in den Mähnen.
Herbeigekommen ist ja nun
Die Zeit der täglichen Tränen.

Leben & Werk

Oskar Loerke stammt aus einer Bauernfamilie, Er wurde in Graudenz, dem heutigen Grudziadz, erzogen und studierte Germanistik und Musik in Berlin. Sein erstes veröffentlichtes Werk war Viñeta (1907), eine Erzählung, die den Kleist-Preis erhielt. Nach einer zweijährigen Reisetätigkeit wurde er Redakteur des D. Fischer Verlags, dessen Chefredakteur er 1917 wurde, eine Position, die er bis zu seinem Tod 1941 innehatte. Sein berühmtestes Werk zu dieser Zeit war Der Turmbau (1910), in der Ästhetik des deutschen Expressionismus.

1926 trat er in die Preußische Akademie der Künste ein, deren literarische Sektion ab 1927 Sekretär leitete.
1933 wurde Loerke, der den Nationalsozialismus ablehnte, aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen. Nachdem er jedoch im Oktober 1933 das Gelöbnis treuester Gefolgschaft unterschrieben hatte, – nach dem Zeugnis seiner Freunde in der Absicht, seinen jüdischen Verleger Samuel Fischer zu schützen – wurde er wieder Mitglied in der „gesäuberten“ Deutschen Akademie der Dichtung, einer Unterabteilung der Preußischen Akademie der Künste.

Die meisten seiner Gedichte von philosophischen und spirituellen Anliegen durchdrungen, vor allem Migration (1911), Der Atem der Erde (1930) und Der Wald der Welt (1936). Seine Texte beeinflussten Wilhelm Lehmann, Günter Eich und Karl Krolow.

Loerke, der die Orgel spielte, veröffentlichte einen Aufsatz über Bach (Das unsichtbare el Reich, 1934) und eine Monographie über Bruckner (1938). Kasack korrigierte seine Tagebücher, Tagebücher 1903-1939 (1955). Er gilt neben dem Schriftsteller Thomas Mann als einer der Meister der deutschen Literatur zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Loerke schrieb mit seinen formstrengen, von intensiver Bildlichkeit, Musikalität und mythischen Zügen geprägten Gedichten im Sinne der Naturlyrik.

Berühmte Verse renommierter Poeten, die sich der Lyrik verschrieben haben: